Die Cyberkillerin – Was ist eigentlich System Shock?

Die Cyberkillerin – Was ist eigentlich System Shock?

Der Release von System Shock 3 steht möglicherweise noch 2016 an. Aber was ist eigentlich System Shock und was hat es mit BioShock zu tun – das klären wir im Special.

Die Cyberkillerin – Was ist eigentlich System Shock?

Gut drei Monate ist es her, da der Countdown auf der mysteriösen Webseite von Otherside Entertainment ablief und eine Teasergrafik mit den Worten „She’s back!“ enthüllte. In einem kleinen Sampel warnt eine weiblich-entzerrte Stimme: „Hast du wirklich gedacht, ich hätte dich vergessen?“. Dabei handelt es sich um die künstliche Intelligenz Sentient Hyper Optimized Data Access Network, oder kurz: S.H.O.D.A.N. System Shock 3 steht also bevor, doch alles auf Anfang.

Sie erwacht zum Leben

1994 veröffentlichen Origin Systems ein Spiel unter der Entwicklung von Looking Glass Technologies, das auf seine Weise dem im aller Munde liegenden Doom ordentlich einheizt. System Shock. Während die Doom-Engine lediglich geradlinige Gänge und absolut rein vertikale Ebenenwechsel zulässt, ermöglicht die 3D-Grafik-Engine von System Shock bereits diagonale Aufstiege, Brücken und variable Schwerkraft.

Auch handlungstechnisch ein Rohdiamant schafft es System Shock dennoch nicht an Genregigant Doom vorbeizuziehen. Der namenlose Protagonist soll im Auftrag des Vizepräsidenten des Wirtschaftskonzern TriOptimum Corperation, Edward Diego, die KI der Raumstation Citadel richten. Um das zu bewerkstelligen, entfernt der Hacker die moralischen Einschränkungen von S.H.O.D.A.N. und muss nach sechsmonatigem Hyperschlaf erschreckt feststellen, dass die gute Cyberdame in seiner Abwesenheit Amok gelaufen ist.

Die gesamte Raumstation ist von zerfetzten Leichen durchzogen und Überlebende sind zu einer Art Cyborg geworden. S.H.O.D.A.N. macht dem Protagonisten schnell klar, dass sie mit ihm ähnliches vorhat und so entsteht eine gnadenlose Hatz ums Überleben, die schließlich in einem finalen Showdown im Cyberspace endet und den Helden triumphieren lässt.

Die Rückkehr der Cyberkillern

1999 übernimmt eine Branchenprominenz, die bis heute handlungsfokussierten Egoshootern ihren Stempel aufdrückt, die Leitung an der Entwicklung von System Shock 2 – Ken Levine. Die Lizenz ist inzwischen bei Publisher EA gelandet und in zusammen Arbeit mit Irrational Games, lassen Looking Glass Studios S.H.O.D.A.N. erneut auf die Menschheit los. Mit der aufpolierten Version der THIEF-Engine erschafft Lead-Designer Ken Levine einen Meilenstein der handlungsorientierten Videospiele.

42 Jahre nach dem man in Teil 1 S.H.O.D.A.N. den Marsch geblasen hat, herrschen zwischen dem mit Überlichtgeschwindigkeit reisenden Raumschiff Von Braun und dem Raumkreuzer UNN Rickenbacker bürgerkriegsähnliche Zustände. Doch zur Eskalation kommt es nicht, die menschliche Besatzung auf der Rickenbacker erhält ein Notsignal vom Planeten Tau Ceti 5. Doch bevor das Erkundungsteam den Ursprüngen des Signals auf den Leim gehen kann, landet es auf der Von Braun, von einer wurmähnlichen Alienrasse übernommen wurde. Ein Soldat des Erkundungsteams, wieder ein namenloser Held, wacht einige Tage später auf der Von Braun auf und erkundet das Schiff, um festzustellen, dass S.H.O.D.A.N. Ursache der Ereignisse, inklusive des ausgesendeten Notsignals, ist.

System Shock 2 setzt neue Maßstäbe in punkto Handlungsstrang, Plottwists und intelligenter Erzählung. Der einem Survival-Horror ähnliche Egoshooter schafft eine dichte Atmosphäre. Die Überlegenheit und gnadenlose Brutalität von S.H.O.D.A.N. ist allgegenwärtig und vor allem die extrem gut geschriebenen Monologe, der bedrohlichen und zynischen KI, geben dem Klassiker den nötigen Pfiff. Bis heute setzt Ken Levine auf atemberaubende Story, Atmosphäre und Brutalität und System Shock 2 war der erste Schritt in Richtung der BioShock-Serie.

Ken Levine shocked

Fans der Bioshock-Games wissen, dass Ken Levine eine ordentliche Erzählung mit zwiespältigen Charakteren und einer bedrohlichen Umwelt von oberster Priorität sind. So erschafft er mit Rapture oder Columbia eine Illusion der heilen Welt, die voller Kontraste zu den in ihr innelebenden Grausamkeit ist. Levine versteht es Spieler einer ironischen Welt auszusetzen und zeigt, dass Fortschritt in technischen Errungenschaften, nicht immer nur Gutes mit sich bringt. Doch auch eines schaffen die preisgekrönten Bioshocks nicht: das bedrohliche Gefühl erzeugen, wie System Shock es einst schaffte. Wir können nur hoffen, dass System Shock 3 daran anknüpft; ob Ken Levine wieder an Bord ist, bleibt bislang unklar.

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