[Special] USK & BPjM – Zensur in Videospielen und Bevormundung der deutschen Spieler

[Special] USK & BPjM – Zensur in Videospielen und Bevormundung der deutschen Spieler

Wir wagen einen kleinen Blick auf die Institutionen der USK & BPjM sowie deren Arbeit in Deutschland.

[Special] USK & BPjM – Zensur in Videospielen und Bevormundung der deutschen Spieler

Die Aufgaben der USK und BpjM

Deutschland kann wohl mit Abstand auf das schärfste Jugendschutzgesetz Europas zurückblicken. Um dies durchzusetzen wandern unveröffentlichte Spiele zunächst seit 1994 immer zuerst zur Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle, kurz USK. Hier wird jeder Titel komplett durchgespielt und im Anschluss mit einer der fünf Alterskennzeichnungen versehen. Seit dem Jahr 2003 sind diese sogar verpflichtend und dürfen nur nach eingehender Alterskontrolle verkauft werden. Kommt die USK zu keinem Ergebnis und kann nicht mal das „Ab 18“-Siegel vergeben, dann tritt die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, kurz BPjM, auf den Plan. Zu diesem Zeitpunkt wird nun ein neues Verfahren zur Bestimmung der Jugendgefährdung eingeleitet, das meist mit einer Indizierung oder sogar Beschlagnahmung einhergeht. Dabei unterscheidet man Liste A sowie Liste B: Während Ersteres die Spiele als jugendgefährdend einstuft und ein öffentliches Verkaufen und Werben untersagt, spricht Liste B sogar ein Verbreitungsverbot aus. In beiden Fällen ist ein Kauf in Deutschland drastisch erschwert bzw. nicht möglich.
Um letztlich doch noch die Chance zu haben Spiele auf dem deutschsprachigen Markt abzusetzen, greifen Publisher meist zu einem ungern gesehenen Mittel: Der Zensur. So werden bisweilen übermäßig herumspritzendes Blut, abgetrennte Gliedmaßen oder auch Nacktszenen ohne Rücksicht auf Verluste eigens für Deutschland entfernt.

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Auch die Darstellung von verfassungsfeindlichen Symbolen wie beispielsweise Hakenkreuzen ist in hiesigen Gefilden strengsten untersagt und muss entschärft werden. Hier rührt schon ein erstes Unverständnis meinerseits, immerhin ist die Darstellung in Büchern und Filmen erlaubt, denn Explizit diese Medien gelten als Kunst. Wieso erkennt man Videospiele aber nicht zumindest zum Teil als eine gewisse Kunstform an? Haben nicht Titel wie  Valiant Hearts – The Great War, Shadow of the Colossal oder auch Journey bewiesen, dass Spiele weit mehr sein können als brutale Shooter? Oder Ico, Flower und Heavy Rain, dass es inhaltlich nicht nur um stumpfes Knöpfedrücken gehen muss?

Offenbar nicht annähernd genug, denn stattdessen haben Videospiele teilweise immer noch den Status eines suggestiven und manipulierenden Mediums, das nicht nur eine aggressivere Wirkung auf uns ausübe, sondern auch noch die Gefahren einer Sucht berge. So zumindest der dümmliche Volksmund, der einen simplen Sündenbock für Misstände in der Gesellschaft sucht, die man sonst womöglich noch auf sich selbst zurückführen könne.

Aber genug davon, ohne nun zu tief in die Thematik einzutauchen, Fakt ist nämlich: Amokläufe, Suchtzustände etc. haben tiefgreifendere Gründe als nur ein einziges, interaktives Medium. Ja, es handelt sich sogar um eine komplexe Kausalkette aus Faktoren, die zur Suggestion des Rezipienten beitragen. Und ja, Videospiele können der Isolation zuträglich sein, sind aber bei weitem kein Auslöser dafür.

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