[Kolumne] Games und DLCs, die nie das Licht der Welt erblickten

[Kolumne] Games und DLCs, die nie das Licht der Welt erblickten

Der weltweite Spielemarkt hat in der Vergangenheit die eine oder andere Luftnummer produziert. Diese Kolumne stellt einige bemerkenswerte Pleiten vor.

[Kolumne] Games und DLCs, die nie das Licht der Welt erblickten

Groß angekündigt, mit Spannung erwartet und dann doch im Sande verlaufen: Der moderne Spielemarkt ist nicht nur mit starken Highlights und traurigen Flops bevölkert, sondern auch mit echten Luftnummern. Auf dem Friedhof der PC-Games lagern Relikte wie Loose Cannon, Warcraft Adventures und Tiberium, aber auch das von zahlreichen GTA-Fans herbeigesehnte Casino scheint für immer geschlossen zu bleiben.

Loose Cannon: erst große Furore, dann … nichts

Wer erinnert sich noch an das Actionspiel Loose Cannon, das im 4. Quartal des Jahres 2000 endgültig den weltweiten Markt erobern sollte? Es gab sogar bereits eine spielbare Beta-Version, die auf der E3 1999 für Furore sorgte. Große Erwartungen auf eine schier endlose Spielwelt wurden geweckt, die sogar das zeitgleich programmierte Spiel GTA 3 übertreffen sollte. Dann gab es einen Besitzerwechsel, Digital Anvil wurde von Microsoft aufgekauft, die Rechte an Loose Cannon fielen an Ubisoft. Das Entwicklerteam von Sinister Games sollte schlussendlich die Fertigstellung bis zum Jahresende 2002 übernehmen, aber hinter den Kulissen lief irgendetwas schief. Warum das bis heute sagenumwobene Spiel niemals auf irgendeinem privaten PC landete, ist nicht bekannt, doch die Actionfans haben das Warten inzwischen gewiss aufgegeben.

»Coming Soon«: ein Casino, das nie eröffnete

GTA fällt vom Konzept her in eine ganz ähnliche Sparte wie Loose Cannon, doch zum Glück hat es bislang jedes einzelne Spiel dieser Reihe bis zum Release und weit darüber hinaus gebracht. Die laufende Erweiterung der veröffentlichten Inhalte gehört für die Entwickler zum guten Ton, darum waren die Erwartungen groß, als in GTA 5 ein Casinogebäude auftauchte, das die Aufschrift »Coming Soon« trug. Etwa Im März 2015 startete die vorfreudige Gerüchtewelle, getan hat sich seitdem leider rein gar nichts. Vielleicht liegt es an den weltweit so unterschiedlichen Glücksspielgesetzen, die Rockstar Games von der Casino-Eröffnung abhalten, es könnte aber auch daran liegen, dass GTA Online gegen koordinierte Hackerangriffe wenig ausrichten kann und eine Spielbank deshalb nicht tragen möchte.

Zumindest besteht die Möglichkeit, in Grand Theft Auto: San Andreas ein paar Mini-Games in mehreren kleinen Spielbanken zu zocken, doch das kommt kaum an das echte Casino-Erlebnis heran. Wen es trotzdem in den Fingern juckt, der schaut zwischen seinen GTA-Sessions einfach bei einer seriösen Casino-Plattform vorbei. Ähnlich wie in einem waschechten Casino lassen sich mittlerweile Klassiker wie Blackjack sogar gegen echte deutschsprachige Croupiers spielen, und das ist zu Zeiten der Virtual Reality erst der Anfang. Es bleibt abzuwarten, ob das Entwicklerstudio noch mal einen Vorstoß in diese Richtung machen wird, denn Glücksspiel passt natürlich perfekt in die Welt von Grand Theft Auto. Das GTA V Casino-DLC wird aber wohl eine Luftnummer bleiben.

Warcraft Adventures brilliert im Darwin Award der Computerspiele

Auch Warcraft Adventures ist so ein Kandidat für den Darwin Award der Spiele: Noch bevor dieses Spiel seine ersten Früchte in Form von begeisterten Fans tragen konnte, war es auch schon den Heldentod gestorben. Hinter diesem beinahe fertigen Adventure steckte immerhin der prominente Entwickler Blizzard, der eher dafür bekannt ist, Angefangenes auch erfolgreich zu Ende zu bringen. Der Release sollte zum Ende des Jahres 1997 stattfinden, im Mai 1998 hatte sich die Sache dann jedoch komplett erledigt. Zu diesem Zeitpunkt war das Adventure Game schon sehr weit fortgeschritten, bis hin zur Vertonung. Der bekannte Programmierer Steve Meretzky, eine Koryphäe auf seinem Gebiet, hatte allerdings nach gründlicher Prüfung ein ungnädiges Urteil über die das Spiel gefällt, das die Geschichte des mächtigen Orks Thrall erzählen sollte: Die Entwickler sollten so viel verbessern und verändern, dass Blizzard das Projekt widerstrebend aufgab. Auch prominente Entwicklerstudios bleiben also nicht von Pleiten gefeilt.

Tiberium, SimsVille und Ultima X Odyssey: drei Genres, drei Pleiten

Eine Bruchlandung etwas neueren Datums legte der Ego-Shooter Tiberium von EA Los Angeles hin, er sollte zum Ende des Jahres 2008 ganz groß herauskommen. Das Game spielt in der bekannten Command & Conquer Welt, der Held Ricardo Vega war als starker Stratege geplant, der neben seiner Elitetruppe auch Mechs und Flieger befehligen sollte. Das Spiel war nach drei Jahren harter Arbeit der Fertigstellung noch näher als die vorher genannten Games, doch Geschäftsführer John Riccitiello erwies sich als unbarmherzig: Er kegelte sowohl Tiberium als auch Command & Conquer Renegade 2 aus dem Programm, weil ihm die Qualität der beiden Produkte nicht ausreichend erschien. Dem Online-Rollenspiel Ultima X Odyssey ereilte bekanntlich in 2004 ein ähnliches Schicksal, ebenso wie SimsVille, das nur zu etwa 60 % fertiggestellt wurde. Immerhin finden sich einige Elemente des letztgenannten Games in Sims Hot Date sowie Die Sims 2 und Sim City 4 wieder.

Was lernen wir daraus? Auch der Spielemarkt ist ein flüchtiges Geschäft, das nicht immer so läuft wie geplant. Darum kann es durchaus passieren, dass großen Ankündigungen nur heiße Luftblasen folgen. Doch zu früh gefreut ist immerhin besser als überhaupt nicht gefreut, darum lasst euch trotz solcher Pleiten niemals die Vorfreude verderben!

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